
Ingrid Caven zählt zu den markanten Persönlichkeiten des deutschen und europäischen Autorenkinos. Zunächst arbeitete sie als Lehrerin, bevor sie Ende der 1960er Jahre Rainer Werner Fassbinder kennenlernte und in LIEBE IST KÄLTER ALS DER TOD (1969) erstmals vor der Kamera stand.
Es begann eine künstlerische Zusammenarbeit, die ihre Laufbahn nachhaltig prägte. Bis 1979 wirkte sie in rund zwanzig seiner Filme mit, darunter HÄNDLER DER VIER JAHRESZEITEN (1972), FAUSTRECHT DER FREIHEIT (1975) und IN EINEM JAHR MIT 13 MONDEN (1978), in denen Caven oft kühle, selbstbewusste oder geheimnisvolle Frauenfiguren verkörpert.
Über Fassbinder hinaus arbeitete sie mit Regisseuren wie Werner Schroeter (DER TOD DER MARIA MALIBRAN, 1972) und Daniel Schmid, der sie in LA PALOMA (1974) und SCHATTEN DER ENGEL (1976) in Hauptrollen besetzte. Für ihre Verkörperung einer gedemütigten Diseuse in Walter Bockmayers LOOPING erhielt sie 1981 das Filmband in Gold.
Da hatte Caven bereits eine zweite Karriere als Chansonsängerin in Paris begonnen, das seit 1978 ihre Heimat ist. Als Chansonsängerin sieht man sie auch in ihrem bislang letzten Film 16 MOMENTS OF MY LIFE.Regisseur Albert Serra, mit dem sie bereits an der Berliner Volksbühne zusammengearbeitet hatte, filmt sie bei einer ganz besonderen Performance in ihrer Wahlheimat im Jahr 2025.
Caven singt 16 autobiografisch gefärbte Songs in Französisch und Deutsch, begleitet von den Musikern der katalanischen Band Molfort.
Zuletzt abgerufen: 28.10.2026, 13:38
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