Der Bretone Honoré (*1970) gehört zu den vielseitigsten Regisseuren des französischen Gegenwartskinos. Nach einem Studium der modernen Literatur und des Films arbeitete er zunächst als Schriftsteller, schrieb Kinder- und Jugendbücher, verfasste Bühnenstücke und publizierte als Filmkritiker für die berühmten Cahiers du cinéma, bevor er 2002 ins Regiefach wechselte.
Seine literarische Bildung und seine Arbeit für das Theater prägen bis heute sein Kino, das zwischen Zeitbild, Musical, Literaturadaption und autobiografischer Reflexion beweglich bleibt. International bekannt wurde Honoré mit IN PARIS (2006), einer melancholisch-komischen Familiengeschichte mit Romain Duris und Louis Garrel, und dem Musical CHANSON DER LIEBE (2007), das in Cannes für die Goldene Palme nominiert war.
Zu seinen bedeutendsten Arbeiten zählt SORRY ANGEL (2018), ein feinfühliger Liebesfilm über einen Schriftsteller mit HIV im Paris der 1990er-Jahre. Im Programm des FILM FESTIVAL COLOGNE ist er dieses Jahr mit ORANGE-FLAVOURED WEDDING vertreten, der in Cannes seine Weltpremiere feierte.
Honorés Kino verbindet Pop und Literatur, Leichtigkeit und Schmerz, Selbstironie und große Gefühle. Seine Filme erzählen von Liebe und Verlust, aber auch von der Freiheit des Neuanfangs. Seine Mischung aus intellektueller Neugier, musikalischer Sensibilität und emotionaler Unmittelbarkeit macht ihn zu einem herausragenden Autorenfilmer des europäischen Kinos.
Zuletzt abgerufen: 28.10.2026, 13:38
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