Alles beginnt als Liebesgeschichte. Der namenlose Ich-Erzähler ist vernarrt in alles Historische, in die sanften Wogen des Abgeschlossenen. Um jedoch in der akademischen Welt ein Auskommen zu finden, trifft er eine pragmatische Entscheidung und spezialisiert sich auf die Erforschung der Shoah.
Nun findet er sich als Guide israelischer Schülergruppen in den Gedenkstätten der nationalsozialistischen Vernichtungslager auf polnischem Boden wieder. Dort hält er Vorträge über die Mörder, trifft Zeitzeuginnen und lässt keinen Abgrund der Vergangenheit aus.
Gleichzeitig versucht er, seinem kleinen Sohn in Israel Orientierung in einer komplexen Welt zu geben. Doch die permanente Konfrontation mit dem Grauen bleibt nicht ohne Folgen. Während er Tag für Tag seinen Beitrag zur Erinnerungskultur leistet, beginnt sich die Geschichte in sein ganzes Wesen einzuschreiben.
Die Distanz des Wissenschaftlers bröckelt, er verliert mehr und mehr die Kontrolle über seine Gedanken und seine Forschung wird zur Obsession. Mit seinem Roman MONSTER legt Yishai Sarid die offene Wunde der Erinnerung frei und zielt zugleich messerscharf ins Heute, in eine brutale Welt, die ihren moralischen Kompass zu verlieren droht.
Der israelische Regisseur Itay Tiran, zuletzt mit ONKEL WANJA auf der Shortlist des Berliner Theatertreffens, bringt diesen eindringlichen Text als Monolog zur deutschsprachigen Erstaufführung.
Zuletzt abgerufen: 28.10.2026, 19:45
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