Andrei Swjaginzew gehört zu den herausragendsten Regisseuren der Gegenwart. Geboren am 6. Februar 1964 im russischen Nowosibirsk, absolvierte er dort eine Schauspielausbildung, bevor er am Staatlichen Institut für Theaterkunst in Moskau studierte.
Von 1992 bis 2000 arbeitete er als Schauspieler, bevor er erste Regieerfahrungen beim Fernsehen sammelte. Für sein Kinodebüt THE RETURN – DIE RÜCKKEHR (2003), eine Geschichte über die Loslösung von väterlicher Autorität, gewann er direkt den Goldenen Löwen bei den Filmfestspielen von Venedig.
Sein nächster Film DIE VERBANNUNG über den Zerfall einer Familie und wie schon sein voriger Film eine Kritik traditioneller Männerbilder, wurde 2007 in Cannes im Wettbewerb gezeigt. Dort erhielt er 2011 den Sonderpreis der Jury in der Sektion Un Certain Regard für ELENA, eine Kritik der russischen Klassenverhältnisse.
Für LEVIATHAN (2014), eine moderne Version der Hiob-Geschichte am arktischen Meer, gewann er (zusammen mit Ko-Autor Oleg Negin) in Cannes den Preis für das beste Drehbuch, der Film wurde als russischer Beitrag für den Oscar als bester fremdsprachiger Film nominiert ebenso wie sein nächster Film LOVELESS (2017), ein düsteres Familiendrama, das am Stadtrand von Moskau spielt. Mit MINOTAUR (2026) beschäftigt sich Swjaginzew, der mittlerweile in Frankreich lebt, einmal mehr mit Entfremdung, Korruption und den Zerfall menschlicher Beziehungen im heutigen Russland.
Seine Variation von Claude Chabrols EINE UNTREUE FRAU (1969) ist auch eine Kritik an der Barbarisierung der Gesellschaft seines Heimatlandes durch den Krieg in der Ukraine. Der Film gewann in Cannes den Großen Preis der Jury.
Last retrieved: Oct 28, 2026, 1:38 PM
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